'FTD': Streit im EZB-Rat wegen Bankenhilfen für Spanien
21.06.2012 21:52
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HAMBURG (dpa-AFX) - Im Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank
(EZB) herrscht laut einem Pressebericht Streit über Rettungsmaßnahmen für
spanische Banken. Der "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitag) zufolge haben
die Direktoriumsmitglieder der Notenbank und die 17 nationalen
Euro-Zentralbankchefs am Mittwoch und Donnerstag entschieden, die
Qualitätsanforderungen an Verbriefungen deutlich zu senken, die Banken als
Sicherheiten bei der EZB hinterlegen müssen, wenn sie sich mit Zentralbankgeld
eindecken wollen. Der Beschluss sei nicht einstimmig gefallen, zitiert die
Zeitung Zentralbankkreise.
Dem Bericht zufolge wurde die Mindestanforderung für das Rating der Papiere
von bislang "A-" bis auf "BBB-" gesenkt. Das ist die letzte Stufe, die noch über
dem Ramschniveau liegt. Den Beschluss wolle die EZB am Freitag bekanntgeben. Am
Donnerstag wollte die Bank das Thema auf Nachfrage der Zeitung nicht
kommentieren.
Die Entscheidung soll es spanischen Banken laut "FTD" ermöglichen,
verbriefte Hypothenkredite, sogenannte Mortgage Backed Securities (MBS), in viel
größerem Volumen als Sicherheit zu hinterlegen als bisher. Die iberischen
Geldhäuser halten diese Papiere wegen des Immobilienbooms der vergangenen Jahre
in großen Mengen. Wegen der geplatzten Immobilienblase sind sie allerdings oft
von zweifelhafter Qualität. Um unkalkulierbare Risiken für die Zentralbankbilanz
zu vermeiden, sollen die verbrieften Hypothekenkredite dem Bericht zufolge einer
Einzelfallprüfung unterzogen und mit Abschlägen belegt werden, ehe sie die EZB
als Sicherheit akzeptiert.
Die Lockerung der Sicherheitsanforderungen war laut "FTD" ein wichtiger
Punkt auf einer Wunschliste des vor Kurzem zurückgetretenen spanischen
Notenbankchefs Miguel Fernandez Ordonez. Auf dieser Liste führte der
Geldpolitiker EZB-Beschlüsse auf, die Spanien den Kampf gegen die Bankenkrise
erleichtern würden./stw/hbr
