Bitte warten...
Börse Frankfurt

Ölpreise deutlich gefallen - Griechenland-Wahl wirkt nur kurz

18.06.2012 19:49

Anzeige

    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Montag nach
anfänglichen Gewinnen deutlich ins Minus gedreht. Am frühen Abend kostete ein
Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 96,25 US-Dollar.
Das waren 1,35 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte
WTI zur Lieferung im Juli fiel um 64 Cent auf 83,39 Dollar.

    Nach einer anfänglichen Erleichterung über die Wahlergebnisse in
Griechenland habe sich die Stimmung an den Finanzmärkten rasch wieder
eingetrübt, sagten Händler. Einen Tag nach dem Wahlsieg der Reformbefürworter in
Griechenland gibt es zwar Hoffnung auf eine rasche Regierungsbildung. Die
griechischen Sozialisten erklärten sich am Montag grundsätzlich bereit, eine
Koalitionsregierung mit der konservativen Nea Dimokratia zu bilden. Allerdings
sehen Experten in Spanien die größeren Risiken für die Weltwirtschaft. Die Lage
am spanischen Anleihemarkt verschärfte sich am Montag dramatisch, und die
Rendite für zehnjährige Staatsanleihen kletterte auf einen Rekordstand von 7,241
Prozent. Die höhere Risikoaversion habe so auch die Ölpreise belastet.

    Dass die frühen Gewinne größtenteils wieder abgegeben wurden, unterstreiche
die anhaltende Skepsis der Marktteilnehmer, heißt es in einer Analyse der
Commerzbank. Dies zeigt sich auch im geringen Optimismus der spekulativen
Finanzanleger. Deren Netto-Long-Positionen seien in der Woche zum 12. Juni um
weitere 10.000 auf 109.600 Kontrakte gesunken, den tiefsten Stand seit September
2010. 

    Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist
unterdessen gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag
kostete ein Barrel (159 Liter) am Freitag im Durchschnitt 96,02 US-Dollar. Das
waren 80 Cent mehr als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren
durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des
Kartells./jsl/stw


Anzeige