Bitte warten...
Börse Frankfurt

Ölpreise im Plus - Streiks in Norwegen stützen

09.07.2012 12:44

Anzeige

    NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind nach starken Verlusten am
Freitag etwas fester in die neue Handelswoche gegangen. Am Montagmorgen kostete
ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 98,61
US-Dollar. Das waren 42 Cent mehr als zum Wochenausklang. Der Preis für ein Fass
der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 34 Cent auf 84,78 Dollar.

    Händler begründeten die jüngsten Gewinne mit einer Gegenbewegung zu den
kräftigen Einbußen im Zuge des unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktberichts am
Freitag. Ein weiterer Faktor ist der Ölstreik in Norwegen. Verhandlungen
zwischen den Gewerkschaften und der Ölindustrie sind am Wochenende erneut
ergebnislos geblieben, der Streik geht bereits in die dritte Woche. Nun wollen
die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter aussperren. 

    Ab Dienstag trete die Aussperrung in Kraft und dürfte die gesamte
Nordsee-Ölproduktion des achtgrößten Ölexportlandes in Höhe von 1,6 Millionen
Barrel pro Tag weitgehend lahmlegen, erklärt Experte Eugen Weinberg von der
Commerzbank. Spätestens dann dürfe sich die Regierung zum Einschreiten
veranlasst sehen. "Je stärker sich der Streik verschärft, desto früher geht er
voraussichtlich zu Ende", sagt Weinberg. Die preisunterstützende Wirkung des
Ölstreiks in Norwegen dürfte seiner Einschätzung nach nur vorübergehend sein.

    Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist
unterdessen gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete
ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 96,93 Dollar. Das waren 1,50 Dollar
weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis
täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hbr/jsl







Anzeige