Aktien Europa: Verluste - Negative Nachrichten aus China, Japan und Spanien
09.07.2012 12:10
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag unter
Sorgen um eine globale Konjunktureintrübung gelitten. So waren im Mai die
Aufträge im japanischen Maschinenbau um 14,8 Prozent zum Vormonat eingebrochen.
Die Maschinenaufträge werden stark beachtet, da sie einen Hinweis auf die
Investitionsneigung der Unternehmen liefern. Zudem verstärkt ein unerwartet
starker Rückgang der Inflation in China die Anzeichen, dass die
Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft an Fahrt verloren hat. Die asiatischen
Börsen hatten bereits negativ auf diese Nachrichten reagiert und dies belaste
auch den Handel in Europa, sagten Marktbeobachter.
Der EuroStoxx 50 stand gegen Mittag um 0,55 Prozent tiefer bei
2.223,17 Punkten und weitete damit seine deutlichen Verluste vom Freitag noch
etwas aus. Der CAC 40 in Paris sank um 0,44 Prozent auf 3.154,76
Punkte. In London fiel der FTSE 100 um 0,38 Prozent auf 5.641,36
Punkte.
Darüber hinaus hielten sich die Anleger vor dem Treffen der
Euro-Finanzminister in Brüssel zurück, sagten Börsianer. Ein Marktteilnehmer
sprach von Befürchtungen, dass das Treffen der Finanzminister der Eurozone
weitere Brüche in der Währungsgemeinschaft zeigen werde.
Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister trübte sich die Lage an den
Anleihemärkten Spaniens und Italiens wieder deutlich ein. In Spanien, das bei
der Zusammenkunft in Brüssel ein Hauptthema sein wird, war die Rendite für
zehnjährige Staatspapiere im Vormittagshandel erstmals seit Mitte Juni wieder
über die Marke von sieben Prozent gestiegen. Das Überschreiten der Schwelle gilt
als kritisch, weil die Refinanzierungskosten dann in einen längerfristig nicht
tragbaren Bereich vordringen. Italienische Papiere gleicher Laufzeit rentierten
unterdessen mit mehr als sechs Prozent. Am Abend nach dem Handelsschluss an der
Wall Street wird der US-Stahlhersteller Alcoa dann mit seinen
Zahlen die Berichtssaison zum zweiten Quartal einläuten.
Mit Blick auf einzelne Branchen verbuchten Rohstoffwerte mit
einem Minus von im Schnitt 1,02 Prozent die europaweit größten Abschläge. Im
Plus notierten Telekom-Aktien , die an der Spitze der
Sektorenübersicht um durchschnittlich 0,46 Prozent zulegten.
Unter den Einzelwerten büßten in London die Papiere von Michael Page
4,14 Prozent auf 349,35 Pence ein. Der Personaldienstleister verbuchte
zwischen April und Juni einen Gewinnrückgang und rechnet nun wegen der
wirtschaftlichen Unsicherheit in Europa mit einem schwierigen dritten Quartal.
Der Übernahmekampf um den britischen Energiekonzern Cove Energy
zieht sich indes hin. Nach dem Ölkonzern Shell
musste auch der thailändische Konkurrent PTT die Frist zur Annahme seines
Übernahmeangebot erneut verlängern. Bislang dienten gerade einmal 0,25 Prozent
der Cove-Aktionäre PTT ihre Anteile an. PTT bietet 240 Pence je Aktie, Shell 220
Pence. Die Cove-Titel notierten derweil prozentual unverändert bei 274,1875
Pence und die Shell-Papiere verloren 0,87 Prozent auf 2.172,50 Pence.
In Paris hingegen gewannen die Vivendi-Aktien als einer
der Favoriten im EuroStoxx 0,99 Prozent auf 14,765 Euro. Der Medien- und
Telekomkonzern will Berichten zufolge seien Beteiligung an dem
US-Videospiele-Unternehmen Activision Blizzard verkaufen./la/ag
