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Börse Frankfurt

Aktien Frankfurt: Uneinheitlich vor EZB-Zinsentscheid - Standardwerte im Minus

04.07.2012 12:20

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit uneinheitlicher Tendenz vor der anstehenden
EZB-Zinsentscheidung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch präsentiert.
Der Dax  fiel am späten Vormittag um 0,43 Prozent auf 6.550,21 Punkte.
An den vorangegangenen drei Handelstagen hatte der deutsche Leitindex in
Reaktion auf die Ergebnisse vom jüngsten EU-Gipfel knapp sieben Prozent
hinzugewonnen. Der MDax  lag nahezu unverändert bei 10.645,94 Punkten.
Der TecDax  rückte um 0,24 Prozent vor auf 770,14 Punkte. "Das Gros
der Marktteilnehmer spekuliert auf eine weitere Senkung des Leitzinses durch die
EZB", sagte Marktexperte Tobias Reichert von IG Markets. 

    Auf die am Vormittag veröffentlichten Konjunkturdaten reagierte der Markt
nur unwesentlich. Demnach hat sich im Euroraum die Wirtschaftsstimmung im Juni
unerwartet aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex stieg auf 46,4 Zähler und fiel
damit besser aus als in der Erstschätzung. Im Mai lag der Index noch bei 46,0
Punkten und damit auf dem tiefsten Wert seit fast drei Jahren. Zudem sind in der
Eurozone die Einzelhandelsumsätze im Mai überraschend gestiegen. Im
Monatsvergleich legten die Umsätze um 0,6 Prozent zu, während Volkswirte einen
unveränderten Wert erwartet hatten. Im April waren die Umsätze noch um 1,4
Prozent gesunken.

DAIMLER PROFITIERT VON KRÄFTIGEM ABSATZWACHSTUM

    Auf Unternehmensseite gehörten die Aktien von Daimler  mit einem
Plus von 0,54 Prozent zu den besten Werten im Dax. Der Autobauer hat im ersten
Halbjahr weltweit so viele Autos abgesetzt wie noch nie. Von Januar bis Juni
verkauften die Stuttgarter 708.517 Wagen der Marken Mercedes-Benz, Smart und
Maybach, ein Zuwachs von 6,5 Prozent. Allerdings schwächte sich die Entwicklung
im vergangenen Monat angesichts der schwachen Wirtschaftslage in Europa weiter
ab. Mit 131.139 verkauften Autos legte der Absatz im Juni nur noch um 0,2
Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Nach deutlich höheren Verkäufen auf dem
US-Markt kletterten auch Porsche , Volkswagen  und BMW
.

    An der Dax-Spitze standen BASF  mit plus 1,20 Prozent. Ebenfalls zu
den stärksten Dax-Titeln gehörten Fresenius . Die Anteilscheine des
Medizinkonzerns profitierten von ihrem defensiven Charakter, kletterten um 0,91
Prozent und verzeichneten damit ein neues Rekordhoch. 

    Einer der größten Verlierer im Leitindex waren die Titel von Eon 
mit einem Kursverlust von 3,17 Prozent. Das Papier wurde von Abstufungen der
Analystenhäuser JPMorgan und Citigroup belastet. Bayer  verloren 0,48
Prozent, nachdem der Pharma- und Chemiekonzern am Vorabend angekündigt hatte,
das US-Agrochemie-Unternehmen AgraQuest für 425 Millionen Dollar (rund 340
Millionen Euro) übernehmen zu wollen. ThyssenKrupp  sanken um 0,80
Prozent. Händler werteten Medienberichte negativ, wonach der Stahlkocher wegen
der zuletzt schwachen Marktentwicklung die Einführung von Kurzarbeit prüft.
Bereits im August könnten erste Stahlwerke davon betroffen sein.

KRONES NACH KURSZIELSENKUNG UNTER DRUCK

    Im MDax gehörten Krones  ohne neue fundamentale Nachrichten mit
plus 2,60 Prozent zu den Favoriten, während Wincor Nixdorf  nach einer
Zielsenkung der Commerzbank-Analysten mit minus 1,94 Prozent fast am Ende des
Index mittelgroßer Werte lag. Fielmann  sicherten sich mit plus 2,59
Prozent ebenfalls einen der Spitzenplätze im MDax. Vor der Hauptversammlung am
morgigen Donnerstag schienen sich einige Anleger zu positionieren, sagte ein
Händler. Hinzu komme ein gutes Chartbild. Die Aktie ist auf den höchsten Stand
seit Anfang Februar geklettert 

    Im TecDax ragten Singulus , die bereits am Vortag kräftig
geklettert waren, mit einem Plus von 6,82 Prozent heraus. Ein Börsianer sah
dafür charttechnische Gründe. Titel des Minicomputerherstellers Kontron
 verteuerten sich um 1,27 Prozent. Am unteren Ende des Technologieindex
rangierten die Aktien des Windturbinenbauers Nordex  mit minus 1,85
Prozent./edh/rum

    ---Von Eduard Holetic, dpa-AFX---


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