Aktien New York: Schwach - Konjunkturdaten schüren globale Wachstumssorgen
21.06.2012 20:41
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NEW YORK (dpa-AFX) - Eine Reihe negativer Konjunkturdaten hat die US-Börsen
am Donnerstag unter Druck gesetzt. In den USA hatte sich das Geschäftsklima in
der Region Philadelphia im Juni stark eingetrübt. Der entsprechende Index der
regionalen Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) fiel auf den tiefsten
Stand seit August 2011. Zudem waren in den Vereinigten Staaten die Verkäufe
bestehender Häuser im vergangenen Monat etwas deutlicher zurückgegangen als
erwartet.
Schlechte Nachrichten kamen auch aus China, wo die Stimmung unter den
Einkaufsmanagern in der Industrie weiter sank und den achten Monat in Folge
unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten blieb. Vor diesem Hintergrund
befürchteten die Anleger eine Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums,
erklärten Börsianer die Verluste am Aktienmarkt.
Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 1,71 Prozent auf
12.605,29 Punkte. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 1,95
Prozent auf 1.329,27 Punkte nach unten. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes
sackten noch etwas deutlicher ab: Der Composite Index büßte 2,12
Prozent auf 2.868,26 Punkte ein, und der Auswahlindex Nasdaq 100
fiel um ebenfalls 2,12 Prozent, und zwar auf 2.567,69 Punkte.
Börsianer begründeten die Verluste auch mit der Nachbereitung der Aussagen
der US-Notenbank Fed vom Vorabend. Diese hatte zwar ihr Programm zum Tausch
kurzfristiger in langfristige Anleihen verlängert, war damit aber an den
Aktienmärkten auf eher enttäuschte Stimmen gestoßen. Notenbankchef Ben Bernanke
hatte auf der Pressekonferenz zum Zinsentscheid zwar klargemacht, dass die Fed
angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten zu einer erneuten quantitativen
Lockerung der Geldpolitik (QE3) bereit sei. Einige Anleger hätten aber auf
konkrete neue Maßnahmen gehofft, sagten Händler.
Im Zuge des Zinsentscheids hatte die Fed am Vortag auch die
Konjunkturprognosen zurückgenommen. In dieses Bild passten weitere aktuelle
Wirtschaftsdaten aus den USA: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen etwas
höher aus als erwartet. Im Vergleich zur Vorwoche sank die Zahl allerdings
zumindest um 2.000 auf 387.000 Anträge.
Bei den Einzelwerten fielen die Titel des Zigaretten-Giganten Philip Morris
um 3,27 Prozent auf 85,62 US-Dollar. Der Marlboro-Hersteller hatte
wegen der Dollarstärke seine erst im April veröffentlichte Gewinnprognose für
das laufende Jahr gesenkt. Statt der bisherigen Zielspanne von 5,20 bis 5,30
Dollar soll der Überschuss je Aktie nur noch im Bereich von 5,10 bis 5,20 Dollar
liegen.
Im Dow Jones sorgte ein kleiner Zukauf bei den Titeln von 3M für
ein unterdurchschnittliches Kursminus von 0,56 Prozent: Der Mischkonzern will
sein Geschäft mit Verkehrsprodukten ausbauen und übernimmt für 110 Millionen
Dollar in bar den Maut-Spezialisten Federal Signal Technologies Group (FSTech).
Das Unternehmen bietet Hard- und Software an, um etwa die Nummernschilder und
die Größe von Fahrzeugen automatisch zu erfassen und die Maut entsprechend zu
berechnen.
Zwei im S&P 500 gelistete Nebenwerte fielen negativ durch ihre Ausblicke auf
das zweite Quartal auf. Die Titel des Einzelhändlers für Haushaltsartikel Bed
Bath & Beyond sackten am Index-Ende wegen eines enttäuschenden
Gewinnziels um 17,43 Prozent ab, und die Anteile von Red Hat büßten
5,73 Prozent ein. Der vom Linux-Softwarespezialisten angepeilte Umsatz für das
zweite Jahresviertel war hinter den Erwartungen zurückgeblieben./la/stw
