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Börse Frankfurt

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx mit bisher größtem Tagesgewinn 2012

29.06.2012 18:30

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    PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die begeistert aufgenommenen Ergebnisse des
EU-Gipfels zur Schuldenkrise haben dem EuroStoxx 50  am Freitag den
bisher größten Tagesgewinn des Jahres beschert. Der Leitindex der Eurozone
kletterte zum Handelsschluss um 4,96 Prozent auf 2.264,72 Punkte und folgte
damit dem starken Euro . Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von
3,56 Prozent. Die bisherige Jahresbilanz aber fällt mit einem Minus von mehr als
2 Prozent immer noch negativ aus.

    Der CAC 40  in Paris legte am Freitag um 4,75 Prozent zu auf
3.196,65 Punkte. Der spanische Leitindex IBEX  und das italienische
Börsenbarometer MIB  schnellten um 5,66 respektive 6,59 Prozent in die
Höhe. In London hingegen rückte der FTSE 100  nur um 1,42 Prozent auf
5.571,15 Punkte vor. Dort hinkten einige zuletzt stark unter Druck geratenen
Banken dem Markt erneut hinterher.

    Die Ergebnisse des EU-Gipfels scheinen die Anleger geradezu euphorisiert zu
haben, schrieb Marktanalyst Johannes Bollongino vom Broker IG Markets.
Angesichts vergangener Erfahrungen bezüglich solcher Gipfel seien die
Erwartungen zuvor niedrig gewesen. In Brüssel hatten sich die Staats- und
Regierungschefs der Eurozone in der vergangenen Nacht zum Beispiel darauf
verständigt, den beiden großen Krisenländern Spanien und Italien unter die Arme
zu greifen. Zudem wurde ein Wachstumspakt über 120 Milliarden Euro beschlossen.

    Die Banken profitierten davon, dass laut den EU-Beschlüssen künftig nicht
nur Staaten, sondern auch sie selbst direkten Zugriff auf die Rettungsfonds
erhalten sollen, sobald eine gemeinsame Bankenaufsicht installiert ist. Zudem
könnte der dauerhafte Euro-Krisenfonds bei dem geplanten spanischen
Rettungspaket auf seinen Status als bevorzugter Gläubiger verzichten. Am Vortag
war der Sektor noch wegen der schwindenden Hoffnung auf den EU-Gipfel kräftig
unter Druck geraten. Auch Vorwürfe an britische Banken angesichts der versuchten
Beeinflussung des täglich festgelegte Referenzzinssatz im Interbankengeschäft
hatten die Titel belastet. 

    Für den Stoxx Europe 600 Banks  ging es nun um 4,14 Prozent hoch.
An der EuroStoxx-Spitze zogen die Aktien von Societe Generale 
, Intesa SanPaolo   und Unicredit  
um bis zu 14 Prozent an.

    Derweil verloren die Barclays-Titel   gegen den
Branchentrend 1,66 Prozent auf 162,85 Pence und waren damit der schwächste Wert
im "Footsie". Die britische Bank muss ebenso wie ihre Konkurrenten HSBC
 , RBS   und Lloyds  
tausende kleinere Kunden entschädigen, weil sie ihnen komplexe Derivate zur
Zinsabsicherung für Kredite verkauft, die Kunden aber nicht ausreichend über die
Risiken aufgeklärt hatte. Schon am Vortag war Barclays wegen eines
Manipulationsverdachts im Interbanken-Geschäft zu einer Rekordstrafe von 290
Millionen Pfund verurteilt worden. Die Aktien der Wettbewerber zeigten sich von
dem Derivate-Urteil der britischen Finanzaufsicht am Freitag indes wenig
beeindruckt und schlossen allesamt im Plus. 

    Noch stärker als die Bankentitel insgesamt entwickelten sich die
konjunktursensiblen Titel aus der Bau-  und Autoindustrie 
sowie die Chemiewerte . Branchenschlusslicht waren dagegen die
defensiven Werte aus dem Gesundheitssektor  mit einem moderaten Plus
von 0,96 Prozent. 

    Die Vivendi-Titel   legten trotz eines positiv
aufgenommenen Führungswechsels mit plus 3,06 Prozent etwas weniger zu als der
sehr starke Markt. Die Papiere des Medien- und Telekomkonzerns hatten allerdings
schon am Vortag dank entsprechender Spekulationen gut fünfeinhalb Prozent an
Wert gewonnen. Analysten begrüßten den Wechsel an der Unternehmensspitze und
erwarten nun auch eine neue strategische Ausrichtung des Unternehmens./la/ck


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