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Börse Frankfurt

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinnmitnahmen nach drei festen Tagen

04.07.2012 18:22

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    PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die mehrere Tage andauernde Erholungsrally der
wichtigsten europäischen Indizes hat am Mittwoch zunächst ein Ende gefunden.
Nach einem Sprung von gut 7,5 Prozent in den letzten drei Tagen ging der
EuroStoxx 50  vor den mit Spannung erwarteten Zinsentscheiden in
Europa mit einem moderaten Abschlag von 0,35 Prozent bei 2.312,41 Punkten aus
dem Handel. Bei einer insgesamt dünnen Handelsaktivität hatte er sich den Tag
über lediglich in einer Spanne von nicht einmal 20 Punkten bewegt. Noch knapper
war das Minus in Paris und London: Der Cac 40  gab um 0,11 Prozent auf
3.267,75 Punkte nach, und der Londoner FTSE 100  verlor 0,06 Prozent
auf 5.684,47 Punkte.

    Am Markt war die Rede von Gewinnmitnahmen bei niedrigen Umsätzen, da Impulse
aus New York wegen des dort gefeierten Unabhängigkeitstags fehlten. "Anleger
wollen vor den anstehenden Ereignissen nicht alles auf eine Karte setzen", sagte
ein Händler. Viele Investoren hätten sich nach dem kräftigen Anstieg der
vergangenen Tage daher bereits in Lauerstellung begeben. Am Donnerstag wird
allgemein damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins auf
ein historisch niedriges Niveau senken wird. "Sollten einige darauf setzen, dass
sogar noch mehr als nur eine Zinssenkung der EZB angekündigt wird, dürften sie
enttäuscht werden", warnte ein Marktbeobachter. Am Freitag werden zudem noch die
Arbeitsmarktdaten aus den USA erwartet.

    Besonders unter Druck zeigte sich der Versicherungssektor  mit
einem Abschlag von gut einem Prozent. Dessen größter Verlierer waren in
Amsterdam die Aegon-Titel   mit einem Verlust von exakt zwei
Prozent. Händlern zufolge strich ING für die Titel die Kaufempfehlung, während
Papiere von Generali   demnach sogar auf Verkaufen gestellt
wurden. Sie verloren im EuroStoxx 2,07 Prozent auf 10,42 Euro.

    Versorger  präsentierten sich ebenfalls schwach. Iberdrola
  rutschten als schwächster Wert im EuroStoxx um 6,19 Prozent
auf 3,519 Euro ab und Titel von Eon  sanken nach einige
Analystenabstufungen um 1,57 Prozent. Spitzenreiter dagegen waren die
Philips-Aktien  mit einem Zugewinn von 1,32 Prozent, ohne dass
kursbewegende Nachrichten bekannt waren. Gegen den Markttrend konnten sich nach
US-Absatzzahlen die Autowerte  stemmen, deren Teilindex um 0,39
Prozent zulegte. Während sich die Autokäufer in Europa angesichts der
Schuldenkrise zurückhalten, schlagen die US-Amerikaner weiterhin ungebremst zu.
Im Juni hatten die großen Hersteller deutliche Zuwächse im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum erzielt. Innerhalb der Branche gehörten die Aktien der
französischen Hersteller Renault und Peugeot mit einem Kursplus von jeweils rund
zwei Prozent zu den größten Gewinnern. 

    Den Nahrungsmittelsektor  stützten die Aktien der dänischen Chr.
Hansen Holding, die in Kopenhagen um über elf Prozent angsprangen. Der
Hersteller von Nahrungszusatzstoffen hatte mit den Zahlen zum dritten
Geschäftsquartal die Markterwartungen übertroffen und stockte zudem seinen
Jahresausblick auf. In Paris kletterten TF1 nach einer Kaufempfehlung der UBS
für den führenden französischen TV-Sender um 3,52 Prozent.

    In London blieben die Blicke auf die Firmenzentrale von Barclays 
 gerichtet. Nach ihren jüngsten Kursverlusten büßten die Papiere am
Mittwoch nochmals 0,63 Prozent ein. Der Skandal um Manipulationen beim
Libor-Zinsatz weitet sich nun auf staatliche Stellen aus. Vor einem Auftritt des
zurückgetretenen Barclays-Chefs Bob Diamond vor dem Finanzausschuss des
Parlaments lancierte die Bank Unterlagen, wonach die Zentralbank von künstlich
nach unten regulierten Zinssätzen gewusst habe./tih/he


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