ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow mit zweitgrößtem Tagesverlust des Jahres
21.06.2012 22:35
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NEW YORK (dpa-AFX) - Wieder erstarkte Sorgen um eine Abschwächung der
Weltkonjunktur haben dem Dow Jones Industrial am Donnerstag den zweitgrößten
Tagesverlust dieses Jahres eingebrockt. Händler sprachen von einem ganzen Bündel
schlechter Konjunkturnachrichten, das die Anleger verschreckt habe. So hatte
sich in den USA das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Juni stark
eingetrübt. Der entsprechende Index der regionalen Notenbank von Philadelphia
(Philly-Fed-Index) fiel auf den tiefsten Stand seit August 2011. Zudem waren in
den Vereinigten Staaten die Verkäufe bestehender Häuser im vergangenen Monat
etwas deutlicher zurückgegangen als erwartet.
Der Dow verlor 1,96 Prozent auf 12.573,57 Punkte. Für den breiter
gefassten S&P 500 ging es um 2,23 Prozent auf 1.325,51 Punkte nach
unten. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes sackten noch etwas deutlicher ab:
Der Composite Index büßte 2,44 Prozent auf 2.859,09 Punkte ein, und
der Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 2,53 Prozent auf 2.556,96
Punkte.
CHINA ENTTÄUSCHT ERNEUT
Schlechte Nachrichten kamen auch aus China, wo die Stimmung unter den
Einkaufsmanagern in der Industrie weiter sank und den achten Monat in Folge
unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten blieb. Vor diesem Hintergrund
befürchteten die Anleger eine Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums,
erklärten Börsianer die Verluste am Aktienmarkt.
Marktbeobachter begründeten die trübe Stimmung unter den Anlegern zudem mit
der Nachbereitung der Aussagen der US-Notenbank Fed vom Vorabend. Diese hatte
zwar ihr Programm zum Tausch kurzfristiger in langfristige Anleihen verlängert,
war damit aber an den Aktienmärkten auf eher enttäuschte Stimmen gestoßen.
Notenbankchef Ben Bernanke hatte auf der Pressekonferenz zum Zinsentscheid zwar
klargemacht, dass die Fed angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten zu
einer erneuten quantitativen Lockerung der Geldpolitik (QE3) bereit sei. Einige
Anleger hätten aber auf konkrete neue Maßnahmen gehofft, sagten Händler.
SCHWACHE DATEN VOM ARBEITSMARKT
Im Zuge des Zinsentscheids hatte die Fed am Vortag auch die
Konjunkturprognosen zurückgenommen. In dieses Bild passten weitere aktuelle
Wirtschaftsdaten aus den USA: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen etwas
höher aus als erwartet. Im Vergleich zur Vorwoche sank die Zahl allerdings
zumindest um 2.000 auf 387.000 Anträge.
Bei den Einzelwerten fielen die Titel des Zigaretten-Giganten Philip Morris
um 3,29 Prozent auf 85,60 US-Dollar. Der Marlboro-Hersteller hatte
wegen der Dollarstärke seine erst im April veröffentlichte Gewinnprognose für
das laufende Jahr gesenkt. Statt der bisherigen Zielspanne von 5,20 bis 5,30
Dollar soll der Überschuss je Aktie nur noch im Bereich von 5,10 bis 5,20 Dollar
liegen.
KONJUNKTURSENSIBLE AKTIEN AM DOW-ENDE
Am Dow-Ende versammelten sich konjunktursensible Titel. Die Aktien der Bank
of America , des Computerherstellers Hewlett-Packard (HP)
und des Aluminiumproduzenten Alcoa
verloren bis zu 4,15 Prozent.
Zwei im S&P 500 gelistete Nebenwerte fielen negativ durch ihre Ausblicke auf
das zweite Quartal auf. Die Titel des Einzelhändlers für Haushaltsartikel Bed
Bath & Beyond sackten am Index-Ende wegen eines enttäuschenden
Gewinnziels um 16,97 Prozent ab, und die Anteile von Red Hat büßten
6,19 Prozent ein. Der vom Linux-Softwarespezialisten angepeilte Umsatz für das
zweite Jahresviertel war hinter den Erwartungen zurückgeblieben./la/stw
