US-Ölpreis auf tiefstem Stand seit acht Monaten
21.06.2012 18:34
Anzeige
NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre
Verluste vom Vortag ausgeweitet. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter)
der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 90,66 US-Dollar. Das waren 2,01
Dollar weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank um
1,89 Cent auf 79,56 Dollar. Dies war der niedrigste Stand seit rund acht
Monaten.
Der zuletzt deutliche Anstieg der US-Rohöllagerbestände setzt laut
Commerzbank die Ölpreise unter Druck. Die Lagerbestände waren laut Daten vom
Mittwoch überraschend auf den höchsten Stand seit knapp 22 Jahren gestiegen. Vor
allem deutlich höhere Rohölimporte und die gestiegene US-Ölproduktion habe zu
dem Anstieg beigetragen, heißt es in dem Kommentar.
Eine Trendwende an den Ölmärkten ist laut Commerzbank nicht zu erwarten, da
die Wirtschaftsdaten weiter enttäuschten. Zudem seien auch von den Notenbanken
keine kurzfristigen großen Stützungsmaßnahmen zu erwarten. Die US-Notenbank
hatte am Mittwoch zwar ihr Anleihetauschprogramm ("Operation Twist") verlängert,
aber keine dritte quantitative Lockerung (QE3) aufgelegt.
Zudem verschärften laut Händlern die im Nachmittagshandel enttäuschend
ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA den Abwärtstrend. So fiel der
regionale Frühindikator für die Region Philadelphia auf den tiefsten Stand seit
August 2011. Die jüngste Entspannung an den Anleihemärkten der Euro-Krisenländer
habe nicht zu einer merklichen Entspannung an den Ölmärkten geführt.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist
unterdessen weiter gesunken. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom
Donnerstag kostete ein Barrel am Mittwoch im Durchschnitt 93,08 Dollar. Das
waren 65 Cent weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren
durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des
Kartells./jsl/stw
