Heimvorteil für Auslandsaktien im Parketthandel
Internationale Bluechips wie am Heimatmarkt handeln
Aktien ausländischer Unternehmen zu kaufen wird immer einfacher. Privatanleger müssen sich längst nicht mehr an die jeweiligen Heimatbörsen wenden, wenn sie Aktien von Nokia oder Microsoft in ihr Depot legen möchten. Mit dem Qualitätsangebot der Börse Frankfurt werden auch Preisunterschiede zwischen der Heimatbörse und einem Kauf in Deutschland immer geringer. Möglich macht dies das so genannte Referenzmarktprinzip: Der Kurs einer Auslandsaktie an der Börse Frankfurt bezieht sich stets auf den aktuell gültigen Preis an der jeweiligen Heimatbörse, dem Referenzmarkt. Das gewährleistet faire Preise auch für den Privatanleger in Deutschland.
Das Referenzmarktprinzip gilt für die US-amerikanischen Werte in DJ Industrial Average 30 und Nasdaq 100, sowie für die Werte der beiden großen europäischen Indizes DJ Euro Stoxx 50 und DJ Stoxx 50. Referenzmarkt im Falle der amerikanischen Aktien ist die Nasdaq, beziehungsweise die die New York Stock Exchange (NYSE). Bei den europäischen Werten gelten die jeweiligen Heimatbörsen als Referenzmarkt.
Transparenz und beste Preise
Das Referenzmarktprinzip ist ein Service der Skontroführer auf dem Frankfurter Parkett. Sie haben sich verpflichtet, die aktuelle Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs einer Aktie aus dem Heimatmarkt des entsprechenden Wertpapiers auch hier anzubieten. „Wir bilden den Heimatmarkt einer Aktie im Parketthandel ab und können Privatanlegern somit einen fairen Handel bieten“, erklärt Jan Vrbsky, der für Baader unter anderem zahlreiche amerikanische Werte an der Börse Frankfurt betreut.
Der Vorteil für Privatanleger: Die Skontroführer richten ihre Preisbildung für das jeweilige Wertpapier am liquidesten Markt – dem Referenzmarkt – aus. Anleger profitieren damit von engen Spannen zwischen An- und Verkaufskurs. Dieser Vorteil schlägt besonders dann zu Buche, wenn die Referenzbörse geöffnet ist: „Wir können eine enge Spanne für Privatanleger anbieten, wenn der Handel an der Heimatbörse läuft, da das Risiko gering ist, dass wir uns zu einem wesentlich anderen Kurs eindecken müssen.“
Der Zeitfaktor
Die Börsen in den USA öffnen ihre Pforten um 15.30 Uhr deutsche Zeit, wenn hierzulande die Kaffeepause eingeläutet wird. Um 20.00 Uhr beenden die Frankfurter den Handel mit Aktien, während an der New York Stock Exchange noch zwei Stunden gehandelt wird. In Europa werden von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr in Frankfurt und an den jeweiligen Referenzbörsen parallel gehandelt. Dann schließen die meisten europäischen Börsen, während in Frankfurt die Geschäfte mit Aktien aus London, Paris, Madrid oder Amsterdam noch bis 20.00 Uhr weiter gehen.
Ein Beispiel: Eine Anlegerin möchte Aktien des amerikanischen Softwareherstellers Microsoft kaufen. Sie gibt ihre Order auf, wenn die Nasdaq – der Referenzmarkt für diesen Wert – noch geschlossen ist. Der Auftrag kann trotzdem in der gewohnten Geschwindigkeit ausgeführt werden. Der Preis der Skontroführer richtet sich dann nach dem Schlusskurs des vorherigen Handelstages. Die Händler auf dem Frankfurter Parkett können in diesem Fall einen Spread bieten, der sich nach ihrer tendenziellen Markteinschätzung richtet. Allerdings muss die Investorin in diesem Fall mit einem Risikoaufschlag auf den Preis rechnen, da sich die Skontroführer erst nach Börsenöffnung an der Nasdaq selbst mit dem Wert wieder eindecken können. „Der Preis wird jedoch zukünftig einen maximalen Spread nicht überschreiten“, sagt Kai Jordan von der Steubing AG, die auf dem Frankfurter Parkett rund 900 Auslandswerte betreut.
Ein Preisunterschied bleibt natürlich bestehen: Für die Skontroführer fallen bei einem Eindeckungsgeschäft im Referenzmarkt landesspezifische Gebühren wie Steuern und Handelskosten der jeweiligen Börse an. Das ergibt einen nachvollziehbaren Aufschlag auf die Aktienpreise der Auslandswerte in Frankfurt. Kein Vergleich zu dem Aufwand, über eine hiesige Bank oder einen deutschen Broker selbst an der Auslandsbörse zu handeln.
Außerdem sollten Anleger stets beachten, dass Werte, die nicht in Euro notiert sind, hier aber in der europäischen Gemeinschaftswährung gekauft werden können, zusätzlich zu den üblichen Kursbewegungen noch Währungskursschwankungen unterliegen.
