Informationen finden und verstehen
Handeln an der Börse Frankfurt
Zur Erinnerung: Mit einer Aktie erwerben Sie einen Anteil an einem Unternehmen. Sie werden zu einem von vielen Eigentümern. Das gibt Ihnen das Anrecht auf Ihren Anteil am Gewinn, wenn das Unternehmen Überschüsse erwirtschaftet und ausschüttet. Außerdem steigt der Wert Ihres Anteils, wenn das Unternehmen prosperiert und der Markt dies honoriert. Es kann aber auch das Gegenteil passieren: Das Unternehmen macht Verluste, seine Anteile verlieren an Wert.
Marktmeinung und Risiko
Deswegen sollten Sie vor der Entscheidung für eine bestimmte Aktie zwei Dinge tun. Erstens: Sie müssen sich über die eigene Risikobereitschaft klar werden.
Und sich zweitens durch gezielte und fundierte Recherche eine eigene Marktmeinung bilden. Wichtig ist es, einzelne Unternehmen nicht isoliert zu betrachten, sondern in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Zur Erklärung des Zusammenspiels von Aktienmarkt und Wirtschaft sind Tageszeitungen sehr gut geeignet. Sie bieten fundiert recherchierte Hintergrundinformationen und Analysen des Aktienmarkts, der Gesamtwirtschaft sowie einzelner Segmente.
Auf fünf Werte konzentrieren
Börsenprofis empfehlen oft, sich für circa vier bis fünf Werte zu entscheiden und diese intensiv zu beobachten. Dafür ist es hilfreich, sich einen bestimmten Markt oder eine Branche, zum Beispiel die Automobil- oder Pharmabranche, auszusuchen. Wichtig sind Informationen zu der Größe des jeweiligen Marktes und der Unternehmen, die darin aktiv sind. Dazu bietet die Deutsche Börse zurzeit 18 verschiedene Branchenindizes an, die die Entwicklung der zugehörigen Unternehmen abbilden. Unterschiedliche Branchen sind natürlich auch mit unterschiedlichen Risiken verbunden. Dazu sollte sich jeder Anleger seine eigene Risikobereitschaft klar definieren und dies bei der Entscheidung für eine Branche berücksichtigen. Zu beachten ist auch, dass sich Branchen anders als der Gesamtmarkt verhalten können. Weitere Informationen über Branchenentwicklungen bieten Branchenreports, die von einigen Banken bereitgestellt werden.
Bilanzen lesen
Für die Recherche und Analyse von Unternehmen gibt es zahlreiche Dokumente, die dabei für Investoren von Nutzen sein können. Unternehmen haben gesetzlich vorgeschriebene Publikationspflichten. Darunter fallen z.B. Bilanzen, Gewinn- und Verlust-Rechnungen (GUV), Ad-hoc-Meldungen und Insider Geschäfte (Director’s Dealings), um nur einige zu nennen.
Am wichtigsten für die Anleger sind neben Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) die Kapitalflussrechnung (Cash-Flow), erklärt Bernhard Pellens, Professor an der Universität Bochum. Denn diese Zahlen ließen sich nicht durch Bilanztricks manipulieren, erläutert der Experte. Der Cash-Flow ist für Anleger deshalb so interessant, weil er zeigt, wie viel das Unternehmen im operativen Geschäft in cash verdient hat. Er spiegelt also den Überschuss der betrieblichen Einzahlungen über die betrieblichen Ausgaben wider. Je besser dieses Verhältnis, desto liquider das Unternehmen.
Von anderen lernen
Für Börseneinsteiger gibt es etliche Möglichkeiten, vom Wissen alter Hasen zu profitieren. Investment Clubs sind eine gute Idee, um sich im Kreise von Gleichgesinnten mit der Börsenwelt vertraut zu machen. Die Investment Clubs bieten gebündeltes Wissen und Erfahrungen und haben meistens eine klar definierte Anlagestrategie. Ob konservativ oder spekulativ, für jeden Anleger findet sich der richtige Club. Wer sich lieber theoretisches Fachwissen aneignen möchte, kann dies auch durch entsprechende Fachliteratur tun. Zahlreiche Bücher empfehlen Börsenstrategien und auch einige Wirtschaftszeitungen warten mit eigenem Research für Anleger auf.
Einige wichtige Informationsquellen
Finanz-Websites
Websites von Zeitungen und Zeitschriften
Websites vonFernsehsendern und Agenturen

