Die Frage des Jahres: Bleibt das Parkett?
Die Antwort: Ja!
21. Dezember 2010 (FRANKFURT) Börse Frankfurt. Im nächsten Frühling ändert sich so einiges an der Börse Frankfurt, denn am 23. Mai wechseln alle Aktien und Anleihen vom bisher skontroführerbasierten Präsenzhandel in den Spezialistenhandel.
Für Händler: Internationaler und schneller
Für die Händler an der Börse Frankfurt, die die Wertpapiere betreuen, ist das ein bedeutender Schritt, denn für sie bringt der Wechsel ein neues Handelsmodell und damit eine stärkere Position im internationalen Wettbewerb mit anderen Börsenplätzen und außerbörslichen Handelsplattformen. Über Xetra können Investoren in 19 europäischen Ländern am Handel in Frankfurt teilnehmen.
Für Anleger: Liquider und verlässlich
Für Anleger ändert sich auf den ersten Blick gar nicht soviel, denn in den Ordermasken können sie auch in Zukunft auswählen, ob ihr Auftrag vollelektronisch auf Xetra ausgeführt werden soll oder im betreuten Handel an der Börse Frankfurt (der eben ab Ende Mai ebenfalls mit Xetra-Technologie betrieben wird). „Nur“ die Preisfeststellung findet dann elektronisch im Xetra-System statt.
Ein weiterer wichtiger Punkt für Anleger ist, dass die Spezialisten für Liquidität sorgen und als Faktor Mensch den Handel betreuen – wie bisher! Gerade bei kleineren Nebenwerten, die häufiger von Privatinvestoren gekauft und verkauft werden, ist der von Personen ausgeführte Handel oft vorteilhafter. Die vollautomatische Ausführung auf Xetra ist in diesen Aktien häufig illiquider und birgt die Gefahr von Kursschwankungen.
Die Vorteile der Umstellung sind also: Der Handel auf dem Frankfurter Parkett wird schneller, internationaler und liquider als mit dem bisherigen Handelsmodell.
Das Allerwichtigste ist allerdings, dass der große Handelssaal weiter in Betrieb bleibt. Der vertraute Anblick der runden weißen Schranken vor der DAX-Tafel in dem renovierten Gebäude wird weiterhin das Gesicht der Börse Frankfurt sein und auch die Börsenberichterstattung prägen.
Sie können diesen Handelssaal natürlich auch in Zukunft noch besuchen. Melden Sie sich dafür einfach bei unserem Besucherzentrum an.
© 21. Dezember 2010/Edda Vogt
