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Börse Frankfurt

Designated Sponsors – Schutzengel im elektronischen Handel

Ablauf des Handels


Man hört sie nicht, man sieht sie nicht – und dennoch sind sie fast immer dabei: Designated Sponsors. Sie sorgen dafür, dass der Handel auch bei Umsatzflaute in Schwung bleibt. Investoren dürfen sich über ihre Arbeit freuen, denn sie ermöglichen einen jederzeitigen Ein- oder Ausstieg in eine Aktie, garantieren eine angemessene Handelsspanne und damit faire Preise in Xetra.



12. Juli 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Liquidität stellt eine Grundvoraussetzung für die marktgerechte Bewertung von Aktien dar. Aus Sicht der Anleger bedeutet Liquidität die Gewissheit, Aktien eines Unternehmens jederzeit kaufen und verkaufen zu können sowie einen faireren Preis. Aus Sicht der Emittenten erhöht Liquidität aus eben diesen Gründen die Bereitschaft von Investoren, in eine Aktie zu investieren. Im fortlaufenden Xetra-Handel stellen Designated Sponsors für wenig gehandelte Wertpapiere zusätzliche Liquidität bereit. Dabei entscheidet allein die Liquidität, ob ein Designated Sponsor für die Aufnahme in den fortlaufenden Handel notwendig ist. Dieser muss dann vom Unternehmen beauftragt werden.

Liquidität = Handelbarkeit

Liquidität stellt eine Grundvoraussetzung für die marktgerechte Bewertung von Aktien dar. In weniger liquiden Aktien ist wegen (temporär) fehlender Kaufs- oder Verkaufsbereitschaft die Handelsbereitschaft eingeschränkt. Hauptaufgabe der Designated Sponsors ist die aktive Unterstützung des Handels.

Sie stellen verbindliche Kauf- und Verkaufskurse für die weniger liquiden Werte auf der elektronischen Handelsplattform Xetra und verhindern damit Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage. Investoren finden so leichter einen Handelspartner für ihr Geschäft.

Bei der Quotierung müssen die Designated Sponsors hohe Qualitätskriterien erfüllen. Je nach Assetklasse und Handelbarkeit ist der die Handelsspanne nach oben begrenzt. Außerdem gibt es ein Mindestvolumen, für das ein Quote gelten muss und eine Mindestquotierungsdauer. Außerdem stehen Designated Sponsors mit den übrigen Marktteilnehmern im Wettbewerb um die Ausführung der Order.

Den Auftrag hierzu erhalten sie in aller Regel von den Aktien-Emittenten. Meist handelt es sich um Banken oder Finanzdienstleister, die die entsprechende Aktiengesellschaft auch in anderen Bereichen beraten und betreuen. Nicht selten sind es die späteren Designated Sponsors, die den Emittenten des Wertpapiers beim Börsengang begleitet haben und im Anschluss den Finanzmarkt regelmäßig mit Analysen zum Unternehmen versorgen.

Orderbuchumsatz und XLM zählen

Wann ist ein Wert so illiquide, das ein Designated Sponsor Abhilfe schaffen muss? Zwei Kriterien sind hierfür entscheidend:

  • Der durchschnittlichen Orderbuchumsatz, ermittelt anhand des einfach gezählten Tagesumsatz auf Xetra der vergangenen vier Monate.
  • Das Xetra-Liquiditätsmaß (XLM). Dieses zeigt die impliziten Transaktionskosten und erlaubt den Vergleich von Wertpapieren nach ihren Handelskosten.

Hat das entsprechende Wertpapier mindestens 2,5 Millionen Euro Orderbuchumsatz pro Tag und zudem ein XLM von maximal 100 Basispunkten, so gehört es zur Liquiditätskategorie A. Bei Werten dieser Kategorie wird davon ausgegangen, dass sie immer liquide und zu marktgerechten Preisen ohne zusätzliche Unterstützung handelbar sind. Werte mit geringerem Orderbuchumsatz oder einem XLM oberhalb von 100 Basispunkten fallen in die Kategorie B und benötigen mindestens einen Designated Sponsor.

XLM und die impliziten Transaktionskosten: Wie wird Liquidität gemessen?

Grundsätzlich gilt, dass liquidere Märkte geringere implizite Transaktionskosten aufweisen. Das XLM misst die Liquidität und gibt die impliziten Transaktionskosten in einer Kennzahl wider. Diese Kosten werden als Monatsdurchschnitt einer minütlich erzeugten, hypothetischen Order ohne Limit ermittelt. Zu jedem Zeitpunkt wird ein theoretischer, fairer Kurs bestimmt, der genau zwischen dem bestem Kauf- und Verkaufspreis liegt. Die Differenz zwischen diesem Mittelkurs und dem durchschnittlichen Ausführungskurs der hypothetischen Order beziffert die impliziten Transaktionskosten. Je größer die Differenz und somit das XLM, umso niedriger die Liquidität eines Wertpapiers.

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