| Börsengehandelte Fonds Anlageformen | ||||||||||||||||
Börsengehandelte Fonds waren in den vergangenen Jahren weltweit so erfolgreich wie kaum eine andere Finanzinnovation - sowohl bei den Profis als auch bei den Privatinvestoren. Dennoch zeigen Umfragen, dass erst wenige Investoren in Deutschland diese Anlageform kennen und noch weniger sie einsetzen. In Anbetracht der Vorteile börsengehandelter Fonds gegenüber anderen Investments liegen hier einige Chancen brach. ![]() Themen
In den USA gibt es seit 1993 börsengehandelte Fonds, die dort inzwischen fest etabliert sind. In Deutschland wurden erst im Jahr 2000 die ersten Fonds an der Börse gelistet – mit großem Erfolg, denn die monatlichen Umsätze liegen inzwischen bei etwa 4 Milliarden Euro (Stand November 2005). Für die Index-gekoppelten Fonds ist der Name ETF geläufig, ein angelsächsisches Kürzel für Exchange Traded Fund. Sie bilden das Portfolio eines vorher festgelegten Index ab. Es findet keine Einzeltitelauswahl statt. Bei den aktiv verwalteten Papieren versucht das Fonds-Management durch gezielte Einzeltitelauswahl (Stockpicking) überdurchschnittliche Erträge (Outperformance) zu erwirtschaften. Die Messlatte (Benchmark) ist in der Regel ein Vergleichsindex. Das Besondere an einem Exchange Traded Fund (ETF) ETF sind Indexfonds, auch Index-Tracker oder Indexaktien genannt, die zwei weitere Kriterien erfüllen müssen:
Der Name ETF kommt wird im europäischen Ausland nur für solche Fonds verwendet, auch wenn eine direkte Übersetzung von Exchange Traded Funds ins Deutsche vermuten ließe, dass damit allgemein börsengehandelte Fonds gemeint seien. Vermögen pro Minute Der Wert eines Fondsanteils wird errechnet, indem das Fondsvermögen durch die Anzahl der umlaufenden Anteilsscheine dividiert wird. Steigt der Wert der im Fondsvermögen enthaltenen Anlagen, wird sich auch das Fondsvermögen beziehungsweise der Wert des Anteilsscheins erhöhen. Über die einzelnen Anteile an einem Investmentfonds werden Urkunden ausgestellt, die dem Inhaber ein Miteigentum am Fondsvermögen verbriefen und einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung und Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis garantieren. Die genauen gesetzlichen Vorschriften zu Investmentfonds sind im Gesetz über Kapitalanlagesellschaften (KAGG) zu finden. Bei einem klassischen Fonds berechnet die Fondsgesellschaft das gesamte Fondsvermögen – den offiziellen Nettoinventarwert – einmal täglich, in seltenen Fällen sogar nur einmal wöchentlich. Daran orientiert sich wiederum der festgelegte An- und Verkaufskurs eines Fondsanteils, der entsprechend auch nur einmal am Tag gestellt wird. Für börsengehandelte Fonds berechnet entweder die Deutsche Börse oder, alternativ ein vom Emittenten beauftragter Dienstleister während der Handelszeit mindestens einmal pro Minute den „indikativen Nettoinventarwert“, kurz iNAV®. Dabei wird das Fondsvermögen auf Basis der Kurse der Einzelpositionen im Fonds-Portfolio ermittelt und die Barmittel des Fonds addiert. Das so berechnete Fondsvermögen geteilt durch die Zahl der im Umlauf befindlichen Fondsanteile ergibt den iNAV-Wert, den die Deutsche Börse im Minutentakt wie einen Aktienkurs veröffentlicht. Der größte für Privatinvestoren spürbare Unterschied besteht in den Kosten. Der Aufwand, den die auflegende Gesellschaft betreiben muss, ist bei einem aktiv verwalteten Fonds erheblich höher - folglich auch die Managementgebühren, die der Investor trägt. Bei Indexfonds liegen die Managementgebühren im Durchschnitt bei 0,5 Prozent jährlich. Die Geister scheiden sich darüber, ob aktiv gemanagte Fonds diese Zusatzkosten durch eine bessere Performance kompensieren können. Aus der Branche ist häufig zu hören, dass auf Fünfjahressicht nur die wenigsten der aktiv gemanagten DAX-Fonds besser abgeschnitten hätten als der Index selbst. Einzelne Fondsgesellschaften wie die DWS halten dagegen, dass der größere Teil ihrer Produkte über den Benchmark-Indizes liegen. Das Angebot an börsengehandelten Fonds wächst kontinuierlich. Die ETFs im XTF-Segment decken alle großen Indizes wie den DAX, den FTSE oder MSCI World ab. Aber auch andere, etwas „exotischere“ Märkte werden gespiegelt: Beispielsweise der EasyETF GSCI von Goldman Sachs ermöglicht ein Index-gekoppeltes Investment in Rohstoffe, Indexchange bietet für jeden Euro Stoxx-Sektor einen Branchenfonds und ein DivDAX-Fonds erleichert das Verfolgen einer Anlagestrategie mit Dividendenrenditen. Auch Rentenfonds sind im XTF-Segment vertreten. |